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Kaminbrand–19.02.2016

Christian Dirringer am 20. Februar 2016 - 511 Zugriffe

Die FF-Baumgartenberg wurde am Fr, 19.02.2016 um ca. 17:30 zu einem Kaminbrand nach Kühofen alarmiert. 24 Mann rückten zu diesem Einsatz aus. Unter Verwendung vom Atemschutz wurde der Kamin im gesamten Verlauf kontrolliert bzw. das Dach gekühlt. Um 19:10 konnte der Einsatz beendet werden. Am Samstag erfolgte eine routinemäßige Nachkontrolle mit der Wärmebildkamera.

Wie kommt es zu einem Kaminbrand?

Richtigerweise müsste es eigentlich “Rußbrand” heißen. Nicht der Kamin brennt, sondern der ihm anhaftende Ruß entzündet sich. Da die Flammen nach oben aus dem Kamin schlagen, spricht man landläufig von einem Kaminbrand.

Insbesondere beim Verheizen von Holz kommt es häufig vor, dass sich im Kamin so genannter Glanzruß bildet. Dieser Ruß entsteht dadurch, dass ständig Teer- und Wasserdämpfe von den Rauchgasen ausgeschieden werden und diese sich an der Kamin-Innenwand, besonders an kälteren Oberflächen im Bereich des Dachbodens und am Kaminkopf, über längere Zeit niederschlagen und ansammeln.

Bei der Verwendung von Brennstoff , der hohe Abgastemperaturen entwickelt und oder Nadelhölzern, die naturgemäß Funken in den Kamin abgeben, kann sich diese Rußschicht entzünden. Während eines Kaminbrandes kommt es zu einer starken Entgasung der Rußschicht. Als Folge sind oft meterhohe Flammen zu beobachten, die aus dem Kamin schlagen. Der Brand breitet sich sehr schnell im Kamininnern aus und es entstehen Temperaturen bis zu 1400°C.

Funkenflug und Flammen aus dem Kamininneren können das Dach in Brand setzen bzw. durch die Strahlungshitze des Kamins kann es im Wohnraum zu einem Brand kommen.

Durch richtiges Betreiben der Feuerstätten, kann einem Kaminbrand vorgebeugt werden. Wichtig ist hier auch die ordnungsgemäße Brennstofflagerung (z.B. Holz muss mindestens 2 Jahre lufttrocken gelagert werden). Aber auch eine rechtzeitige Reinigung des Rauchabzuges durch den Kaminfeger ist eine vorbeugende Maßnahme. Verwenden Sie keine sowieso verbotenen Brennmaterialien wie Kunststoffe oder Haushaltsabfälle. Sorgen Sie immer für genügend Frischluftzufuhr (Verbrennungsluft).

So gefährlich ein Kaminbrand auch sein kann, durch richtiges und besonnenes Verhalten können in den meisten Fällen größere Schäden vermieden werden:

  • Ruhe bewahren, die Feuerwehr benachrichtigen.
  • Verständigen Sie - wenn möglich - Ihren zuständigen Rauchfangkehrer
  • Kontrollieren Sie alle Räume, durch welche der brennende Kamin verläuft, auf Rauch und Hitze.
  • Brennbare Gegenstände im Bereich des gesamten Kamines entfernen, d.h. Möbel und sonstige brennbare Gegenstände wegrücken und freien Zugang zu den oberen und unteren Kaminreinigungsverschlüssen schaffen.
  • Feuerlöscher bereit halten, den Kamin im gesamten Gebäude vom Keller bis zum Dachboden und auch von außen her beobachten und feuerfeste Gefäße für die Rußentleerung bereitstellen.

In keinem Fall versuchen, den Kaminbrand mit Wasser zu löschen!
Wasser verdampft bei Erhitzung und vergrößert hierdurch sein Volumen je nach Temperatur um mehr als das 1700-fache!
Ein Eimer Wasser (10 Liter), ergibt bei Änderung des Aggregatzustandes (von flüssig in gasförmig) eine Volumenvergrößerung auf 17.000 Liter Dampf. Würde man versuchen, den Kaminbrand mit Wasser zu löschen, würde ein enormer Druck entstehen, der den Kamin bersten lassen würde.

Unter der Aufsicht der Feuerwehr und des zuständigen Rauchfangkehrers lässt man einen Kaminbrand in der Regel kontrolliert ausbrennen. Mit Hilfe der Wärmebildkamera wird ständig die Temperatur im und am Kamin gemessen und wenn nötig eingegriffen.
Nach dem Brand kann der Kamin weiter verwendet werden, wenn keine Schäden am Kamin entstanden sind. Dies entscheidet jedoch der Rauchfangkehrer nach einer gründlichen Reinigung und Kontrolle.

Aktualisiert (20. Februar 2016) von Christian Dirringer - 511 Zugriffe